Was eine Pizzeria bei Mailand uns über Inklusion lehrt
Stellt euch vor, ihr betretet eine Pizzeria. Es duftet nach Holzofen und Tomatensauce, Kellnerinnen eilen zwischen den Tischen, Bestellungen werden gerufen, Teig wird gezogen. Ein ganz normaler Abend – möchte man meinen. Doch in den Restaurants von PizzAut bei Mailand ist vieles anders: Hier backen und servieren junge Menschen mit Autismus die Pizzen – hochkonzentriert, präzise und mit sichtbarer Freude an ihrer Arbeit.
Was ist PizzAut?
PizzAut ist ein Projekt aus Italien, das Menschen mit Autismus echte Berufsperspektiven eröffnet. Alles begann bescheiden: mit einem Foodtruck, in dem der Gründer – ein Vater mit einem autistischen Sohn – mit einigen jungen Menschen Pizza verkaufte. Aus der Idee wurde 2021 das erste feste Restaurant in Cassina de‘ Pecchi nahe Mailand, später folgten weitere Standorte im Großraum Mailand. Begleitet wird das Team von Fachleuten wie Psychologinnen und Pädagogen, die ein Arbeitsumfeld schaffen, das die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden ernst nimmt.
Bekannt wurde PizzAut sogar weit über Italiens Grenzen hinaus: Papst Franziskus ließ es sich nicht nehmen, sich die PizzAut-Schürze umzubinden – ein starkes Zeichen dafür, wie sehr das Projekt berührt.
Warum uns das für unsere Tagung beschäftigt
Bei aller Herzlichkeit, die das Projekt ausstrahlt, steckt darin eine unbequeme Frage. Der Gründer sagt es selbst: Den Begriff „Inklusion“ mag er nicht – „Dieses Wort gibt es nur deshalb, weil es noch immer keine echte Inklusion gibt!“ Sein Ziel: Dass es keine „besonderen Restaurants“ mehr braucht, sondern dass alle Arbeitgeber Menschen mit Behinderung einstellen.
Genau hier setzt unsere Jugendseelsorgetagung 2027 an. Unter dem Titel „Passt oder? Inklusion und Barrieren in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit“ fragen wir:
- Passt bei uns wirklich jeder dazu – das Kind mit Autismus in der Ministrantenausbildung, der Jugendliche mit Mobility-Einschränkungen beim Wochenendecamp, die Jugendliche mit Lernschwierigkeiten im Team?
- Wo bauen wir ungewollt Barrieren auf – in Räumen, Programmen, Sprache, aber auch in unseren Köpfen?
- Wie gelingt Inklusion nicht als Sonderprojekt, sondern als Normalfall in unseren Gruppen, Verbänden und Gemeinden?
PizzAut zeigt eindrücklich: Es braucht weder Mitleid noch Perfektion. Es braucht Orte, an denen Menschen mit ihren Stärken willkommen sind – und die Bereitschaft, die Umgebung so zu gestalten, dass alle mitmachen können.
Selbst reinschauen
Die Redaktion von ARTE hat über PizzAut eine kurze, sehenswerte Dokumentation veröffentlicht: „PizzaAut: Die inklusive Pizzeria“ (3 Min., ARTE Junior/ARTE Family). Ihr findet sie auf arte.tv – noch bis April 2027 verfügbar.
Schaut sie euch an – am besten mit eurem Team oder eurer Jugendgruppe – und sprecht danach darüber: Was hat euch berührt? Wo erkennt ihr unsere eigene Arbeit wieder? Und was wäre unser kleiner, konkreter nächster Schritt Richtung „Passt!“?
Lasst uns die Zeit bis zur Tagung 2027 nutzen, um genau solche Geschichten zu sammeln und miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf euch!
Quellen und weiterführende Links:
- ARTE: „PizzaAut: Die inklusive Pizzeria“ – https://www.arte.tv/de/videos/126046-000-A/pizzaaut-die-inklusive-pizzeria/ (verfügbar bis 07.04.2027)
- HOGAPAGE: „PizzAut in Italien zeigt, wie Inklusion funktioniert“
- n-tv: „Autisten blühen beim Backen und Kellnern auf“
- WDR Kugelzwei: „Eine Pizzeria mit Ziel: Teilhabe und Verständnis für Menschen mit Autismus“
Text: KI generiert
Autorin: Sophie Zäh


